Und was machen wir nach der Schule? – Unser FSJ im Waldkindergarten

Noch vor einem Jahr standen wir beide vor der gleichen Frage: Wie soll es nach dem Abschluss weitergehen? Unsere Wege in den Biosphären-Waldkindergarten Blieskastel hätten jedoch kaum unterschiedlicher sein können. Für einen von uns war das Konzept einer Kindertagesstätte im Wald völlig neu. Beim Lesen der Stellenausschreibung mischten sich Neugier und Bedenken: Was genau kann man sich darunter vorstellen? Ist man überhaupt dafür gemacht, jeden Tag bei Wind und Wetter, Kälte oder Dunkelheit draußen zu sein?

Für den anderen von uns war der Waldkindergarten dagegen kein Neuland: Die Begeisterung für diese Form der Pädagogik war schon vor Jahren geweckt worden, da er selbst als Kind die Gruppe einer der heutigen Erzieherinnen besucht hatte. Nach einem gemeinsamen Hospitationstag und dem herzlichen Empfang durch das Team stand für uns beide fest:

Wir wagen diesen Schritt.

Rückblickend auf unsere anfängliche Skepsis können wir heute darüber schmunzeln. Der Alltag im Lautzkircher Waldkindergarten hat uns von Anfang an in seinen Bann gezogen. Die Arbeit hier ist unglaublich vielseitig. Zum Spielen, Bauen, Klettern und Lernen bedienen wir uns einfach an dem, was uns die natürliche Umgebung bietet, ohne sie in ihrer Struktur zu beschädigen. Jeden Tag erleben wir die Kinder und den Wald anders. Es ist wunderschön zu sehen, wie die Waldkinder durch das alltägliche Sehen und Spüren der Natur ein tiefes Bewusstsein für ihre Umwelt entwickeln, Veränderungen wahrnehmen und den Umgang mit dem Naturraum schätzen lernen. Als Einsteiger in diesem Gebiet wurden wir durch die unentwegte Unterstützung des gesamten Teams nach und nach mit allen pädagogischen Tätigkeitsbereichen vertraut gemacht. Wir sind nicht nur Arbeitskräfte, sondern Teil einer sich gegenseitig stärkenden Gemeinschaft geworden. Durch den engen, unmittelbaren Kontakt zu den Kindern, den Kolleginnen und den Eltern konnten wir unzählige wertvolle Erfahrungen im Bereich Bildung und Erziehung sammeln. Man lernt ständig dazu — nicht nur über die pädagogische Arbeit, sondern auch über die kleinen und großen Bewohner des Waldes.

Dieses Jahr hat uns beiden viel Klarheit für unseren weiteren Lebensweg gebracht. Die tägliche Arbeit bestärkt uns in unseren Plänen: Wir fühlen uns optimal auf ein künftiges Studium im Fachbereich Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit oder die Ausbildung zum Erzieher vorbereitet.

Abschließend können wir sagen, dass uns dieses FSJ in vielen Aspekten positiv bereichert hat. Der Waldkindergarten bietet eine wunderbare Möglichkeit, über eigene Grenzen hinauszuwachsen, alte sowie neue Fähigkeiten zu fördern und die Arbeit mit Kindern in und mit der Natur von Grund auf kennenzulernen. Die offene Lebenseinstellung der Waldkinder, das tolle Team und unsere schöne gemeinsame Zeit unter freiem Himmel werden uns stets in positiver Erinnerung bleiben.

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